Esther Grau

inspired by dreams

Traumbibliotheken

Juli3

Hohe Säle, weite Regale, breite Buchrücken, in denen das Wissen von Jahrhunderten ruht. Im Traum versammeln sie alle menschenmögliche Kenntnis durch alle Zeiten.

Ein schöner Abglanz davon ist der Long Room der Alten Bibliothek (1732) im Trinity College Dublin.  Mit der Luft atmet man Geist und Inspiration. Ein wunderbarer Ort.

Den betagten Büchern zuliebe habe ich mich an das Fotoverbot gehalten, aber hier darf man ganz offiziell gucken:

Trinity_College_Library-long_room

Foto: Nic McPhee from Morris, MN, USA

Noch besser wirkt die Bibliothek hier.

Samuel Beckett, Bram Stoker und Oscar Wilde sind übrigens als Studenten durch diese Halle gewandelt.

Und wo wir gerade dabei sind: 

Die textzicke hat neulich auf den ultimativen Kick für Bücherfreunde verwiesen: bookshelfporn.

Das ist schon wirklich geil.

Erinnerungsscan

Mai14

Bei Star Trek klang es immer so einfach – da wurden mal eben die Erinnerungsengramme vom Computer gecheckt und schon war klar, was im Schädel eines Menschen vor sich ging.

Längst nähert sich die Hirnforschung dieser Zukunftsvision an, wenn auch mit kleinen Schritten.

Neuestes Ergebnis: Ein Hirnscanner, der “Erinnerungen sichtbar machen” kann. Wenigstens lautet so der reißerische Titel der Berichterstattung.  Tatsächlich ergab eine Studie der Standford-Universität, dass ein geschultes Auge anhand der Hirnaktivität einer Versuchsperson zumindest bestimmen kann, ob diese ein Gesicht wiedererkennt oder nicht. Denn die Hirnmuster fallen unterschiedlich aus, wenn ein Gesicht als neu oder vertraut eingestuft wird. 

Der Wahrheit muss das Ergebnis aber noch lange nicht entsprechen. Denn mit den Bildern der Magnetresonanztomografie lässt sich lediglich nachweisen, dass eine Person überzeugt ist, ein Gesicht zu kennen.

Wegen dieses Subjektivitätsfaktors bleibt fraglich, in wieweit diese Technologie künftig in Gerichtsverfahren zur Überprüfung von Augenzeugen wirklich zum Einsatz kommen kann. Obwohl es bereits einen derartigen Fall gegeben haben soll. 

Quelle

Wer denkt, lenkt – Gedankenübertragung (2)

April30

Das Phänomen ist bekannt: Gerade denkt man an jemanden, da klingelt das Telefon und eben dieser Mensch ruft an. Gedankenübertragung? Nach der Entwicklung im Kommunikationssektor zu urteilen, wird das bald der Fall sein. Dann gibt’s Gedankensteuerung zum Beispiel als App fürs Smartphone.

Das so genannte NeuroPhone existiert bereits. Damit kann man anrufen, ohne viele Worte zu machen oder die Hände zu benutzen. Einfach das im Mobiltelefon gespeicherte Bild des gewünschten Gesprächsteilnehmers ansehen – und die Verbindung steht. So ist es jedenfalls gedacht. Momentan müsste man dafür noch eine Elektrodenhaube mit dem Charme eines Fahrradhelms tragen. Bis zur Marktreife wird es also noch ein Weilchen dauern.

Ebenso einfach soll man sich künftig per Gedankenkraft durch die Social-Media-Landschaft bewegen. Entwickler haben ein Brain Twitter Interface kreiert, das zum Schreiben der Tweets eine neue Buchstabiervariante einsetzt.

Wenn uns im Alltag der Zukunft Roboter zur Hand gehen, so lassen sich diese ebenfalls übers Denken lenken. Honda arbeitet bereits an der Entwicklung eines gedankengesteuerten Roboters. Das Video zeigt den Roboter ASIMO, der seine Befehle via Brain Machine Interface erhält.

Wer denkt, lenkt – Gedankenübertragung (1)

April28

Gedankenübertragung klingt nach Science-Fiction und Esoterik. Doch darf man getrost in dieser Dimension bleiben, um sich dem Phänomen zu nähern.

Fakt ist, dass Gedankenübertragung aktuell wissenschaftlich erforscht wird. Und was sind Gedanken in den Augen der Wissenschaft? Genau, Hirnströme. Also nichts anders als elektrische Impulse, die sich transferieren lassen.

Folglich dreht sich die neurologische Forschung um die Entwicklung einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain Computer Interface, BCI). Sie soll das Lenken von Maschinen per Gedankenkraft ermöglichen.

Das funktioniert so: Die elektrische Aktivität des Hirns wird über Elektroden auf der Kopfhaut gemessen. Diese Elektroenzephalografie (EEG) verwandelt anschließend ein Computer per Mustererkennung in technische Steuerungssignale.

Möglich wird dieser Prozess durch die Eigenschaft des Gehirns, die Vorstellung eines Verhaltens –  zum Beispiel eine Handbewegung – genauso abzubilden wie die ausgeführte Handlung. Wer eine Bewegung denkt, aktiviert folglich dieselben Nervenzellen wie bei der tatsächlichen Bewegung. Die entsprechende elektrische Aktivität der Nervenzellen lässt sich durch spezifische Änderungen in den Hirnströmen erkennen. Das Muster kann dann zur Auswahl zwischen zwei Alternativen genutzt werden. Die Vorstellung einer bestimmten Bewegung steht für Option A, die Vorstellung einer bestimmten anderen Bewegung für Option B. Über ein solches Auswahlverfahren lassen sich Computer(programme) steuern.

Als medizinische Anwendung für nahezu komplett gelähmte Menschen hat sich ein derartiges Interface bereits als Kommunikationsmittel etabliert. Diese Menschen lernen, per Gedanken einen Mauszeiger zu steuern und sind so in der Lage, einen Computer zu bedienen. Über die Auswahl einzelner Buchstaben können sie sogar E-Mails schreiben. Dadurch nehmen sie wieder am sozialen Leben teil, von dem sie zuvor oft komplett abgeschnitten waren. Darüber hinaus verhilft ihnen die Errungenschaft zu größerer Selbstständigkeit im Alltag, weil sie einfache Alltagshandlungen durch computergesteuerte Haustechnik wieder ausführen können (Lichtschalter, Türöffner, Heizung bedienen etc.).

Das Potenzial dieser Technologie beschränkt sich bei Weitem nicht auf die Verbesserung der Lebensqualität für Behinderte.

Die Spieleindustrie ist dagegen längst über das Stadium des Prototyps hinaus. Inzwischen existieren zahlreiche unterschiedliche Gehirn-Computer-Schnittstellen zur Steuerung von Computerspielen. Vorteil: Die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht sich mit dem Gehirn als Eingabegerät rasant.

Wer alle seine Sinne beisammen hat und sich nicht um Egoshooter schert, könnte dennoch den Brain Computer Interfaces künftig allerorten begegnen. Welche lebensnahen Anwendungsbeispiele für den Alltag die Technologie noch ermöglicht, gibt’s im 2. Teil zu lesen.

Paraplüsch

April14

Traumanalyse kann ein Weg zur Heilung sein. Wer hätte gedacht, dass diese Therapiemethode auch in der Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere zum Einsatz kommt?  In Vertretung von Dr. Kindermann kann man hier zum Beispiel ein Schaf mit Wahnvorstellungen, eine hyperaktive Schildkröte und ein Krokodil mit Angststörung behandeln. 

Die liebevoll inszenierten Therapiesitzungen beziehen ein breites Behandlungsspektrum ein. Mit therapeutischen Gesprächen, medizinischen Untersuchungen, Mal- und Musiktherapie bis hin zum Motivations- und Aggressionsbewältigungstraining werden die merkwürdigen Verhaltensweisen der plüschigen Patienten ergründet und – bei richtiger Kombination der Methoden – geheilt. Ethisch fragwürdig ist höchstens die Elektroschockbehandlung …

Es gibt durchaus schwere Fälle. Aber immer findet sich am Ende eine traumatische Erfahrung, die die knuffigen Patienten vom Grund ihrer Seelen quält und ihre Ticks plausibel erklärt. Von da ist es nicht weit zur Heilung.

Wer auch mit Hilfe der Supervision keinen Therapiefortschritt erzielt, kann die Patienten auch einfach für eine Heimtherapie kaufen – zum Beispiel den leibhaftigen Wolf im Schafspelz.

Schwerelos – Kreuzfahrt war gestern

April2

Sie wollte Astronautin werden und träumt noch immer von der Schwerelosigkeit. Daher teile ich hier meine Rechercheergebnisse, die ich neulich für ein Projekt gesammelt habe.

Die gute Nachricht: Schwerelosigkeit ist bezahlbar. In einer umgebauten Boing 727, die bei einem Parabelflug Schwerelosigkeit erzeugt, gibt’s das Erlebnis schon für 4.950 Dollar.

Wer „echte“ Schwerelosigkeit und einmal ins All schnuppern will, ist ab 102.000 Dollar dabei. Per Rakete geht es knapp über die definierte Weltraumgrenze (100 Kilometer) hinaus und nach fünf Minuten schwerelosen Staunens wieder erdwärts. Auch darauf kann man sparen.

Ein mehrtägiger Urlaub in der Erdumlaufbahn erfordert dagegen ein größeres Budget, ist aber möglich. An Bord der Internationalen Raumstation ISS geht es in 90 Minuten um die Welt – wieder und wieder.

Noch in Planung befindet sich die Lunar Mission: einmal um den Mond und zurück. Aber für diesen Trip sollte man dann doch ein paar Milliönchen in der Tasche haben.

Bei Spaceadventures finden sich ausführliche Reisebeschreibungen. Das Unternehmen greift zwar nach den Sternen, bewegt sich aber längst nicht mehr im rein Utopischen, immerhin hat es die  Reisen der bisherigen Weltraumtouristen organisiert.

Mein Tipp: Viel günstiger, aber ebenfalls schwerelos ist ein Stündchen im Floating Tank. Die Geräte gibt es in vielen Wellnesseinrichtungen, weil sie nachgewiesenermaßen der Stressbewältigung dienen. Sie bringen zumindest das Schwebefeeling des Toten Meeres nach Hause. Eine tolle Auszeit, kann ich nur empfehlen.

Noch intensiver wirkt nur der Welt(t)raumtourismus. Und der funktioniert zum Nulltarif: Luzides Träumen lernen,  selber fliegen und sich die Erde von oben ansehen. Fan-tas-tisch.

Wanted

März24

thisman_web

Dieser Mann wird gesucht. Viele haben ihn bereits gesehen. Weltweit. Aber niemand weiß, wer er ist – und ob er wirklich existiert.

Die Vorgeschichte:

Anfang 2006 berichtet eine Patientin ihrem New Yorker Psychiater in der Therapie, dass sie regelmäßig von demselben Mann träumt. Sie kennt ihn überhaupt nicht, aber er berät sie in ihren Träumen.  Der Unbekannte beschäftigt sie so, dass der Psychiater die Patientin bittet, ein Bild des Mannes anzufertigen.

Einige Tage später liegt besagtes Bild auf dem Schreibtisch des Psychiaters, als ein anderer Patient diesen Mann wiedererkennt. Auch er will von ihm geträumt haben, obwohl er ihn im Wachzustand nicht kennt. Der Psychiater findet die Sache so interessant, dass er die Zeichnung an einige Kollege schickt, die sie wiederum ihren Patienten zeigen. Resultat:

Angeblich gibt es bereits mittlerweile rund 2000 Menschen, die von diesem Mann geträumt haben. Sie haben ein Netzwerk ihrer Berichte und Erklärungsansätze geschaffen, wie dieses Phänomen zustande kommt. Hier die Kurzfassung:

Theorie 1: Archetyp

Dieser Mann stellt repräsentiert einen Archetyp des kollektiven Unbewussten im Sinne C. G. Jungs.

Theorie 2: Gott

Er ist eine Manifestation des Schöpfers.

Theorie 3: Traumwanderer

Der Mann aus den Träumen existiert wirklich und ist aufgrund besonderer Fähigkeiten in der Lage, die Träume verschiedener Menschen zu betreten. Ob der Mann in der Wachrealität genauso aussieht wie auf dem Bild, ist umstritten (wie die ganze Theorie).

Theorie 4: Nachahmung

Die Nachahmungstheorie geht von einem zufälligen Phänomen aus, das durch (unbewusste) Imitation entstanden ist: Menschen sehen das Bild, sind beeindruckt und träumen daraufhin von diesem Mann.

Theorie 5: Wiedererkennung

Diese Theorie geht ebenfalls von einem zufälligen Phänomen aus. Demnach erinnern wir (unbekannte) Traumgesichter, die wir gewöhnlich in Träumen sehen, nicht besonders genau. Dadurch ist es möglich, dass das Bild dieses Mannes relativ leicht eine Art Wiedererkennungseffekt eines ansonsten undefinierten Traumgesichts auslöst.

Was ist davon zu halten? Die Quelle sind nicht überprüfbar, niemand nennt konkrete Namen und die „Daten“ lassen sich nicht einsehen. Mich interessiert vor allem, ob diese 2000 Menschen, so es sie gibt, alle von diesem Mann geträumt haben, bevor sie sein Bild sahen. Ich finde es nämlich ziemlich suggestiv. Gut möglich, dass es erst Träume auslöst (s. Theorie 4). Kurz: Vielleicht ist alles nur ein Hoax, aber zumindest einer, der die Fantasie anregt.

Hier geht’s zur Seite über diesen Mann.

via traumstudie

Gedankenverbrechen

März19

Sollten die fabelhaften Seekühe doch nicht so friedliebend sein wie gedacht?

“Cuff him! Arrest him! I don’t care, that manatee [Seekuh] is going down!”

Wer Adams Träumen lauscht, bekommt einen anderen Eindruck.

Übrigens ist der Sleep Talkin’ Man eine ziemlich einmalige Gelegenheit, Träume quasi in Echtzeit mitzuverfolgen. Die kleinen Live-Ausschnitte zeigen ziemlich gut, wie assoziativ und unzensiert Träume funktionieren (unzensiert, oh yes).

Der Gesichtslose sieht klar

Februar27

Der Traumperlentaucher hat mal wieder poetisch geträumt - oder den traumhaften Poeten zu Wort kommen lassen …

Traumstaub

Februar24

Traumstaub hat der Flix gefunden …

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