Esther Grau

inspired by dreams

Literaturcamp Heidelberg #litcamp16

Juni11

Impressionen vom Literaturcamp Heidelberg 2016

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Volles Sessionboard … so viele Angebote …

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… off to the sessions… (Alte Feuerwache Heidelberg)

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Vorankündigung: Literaturcamp Heidelberg

Juni3

Aktuell finden in Heidelberg die Literaturtage im historischen Spiegelzelt statt, zeitgleich läuft die diesjährige Poetikdozentur mit öffentlichen (und kostenlosen) Vorträgen der Schriftstellerin Felicitas Hoppe, die sich schon bei der Eröffnung als höchst lohnend erwies.

Am 11. und 12. Juni ist für alle Literaturbegeisterten Mitmachen angesagt: Erstmals findet in Heidelberg ein Literaturcamp mit zahlreichen Sessions, Workshops und Lesungen statt – noch gibt es Tickets. Das endgültige Programm wird erst am Wochenende vor Ort gemeinsam geplant.

Es lohnt sich jetzt also mehr denn je, die UNESCO City of Literature Heidelberg zu besuchen!

 

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Traumhafte Tweets im Mai 2016

Juni1

Mehr gibts hier.

Traumhafte Tweets im April 2016

April30

Mehr Twitterlieblinge hier.

Geschmackssache

April7

Im Winter 1841/1842 lebt Annette von Droste-Hülshoff im Alten Schloss in Meersburg am Bodensee bei ihrer Schwester Jenny. Levin Schücking arbeitet zu dieser Zeit für Annettes Schwager Laßberg in der Bibliothek der Burg. Es ist eine Phase höchster Kreativität für die Droste, in der sie täglich Gedichte schreibt und promptes Feedback dazu bekommt – das allerdings recht unterschiedlich ausfällt:

Jeden Abend um Acht […] lese ich Jenny und Schücking vor was ich den Tag geschrieben, sie sind Beyde sehr zufrieden damit, aber leider von so verschiedenem Geschmacke, daß der Eine sich immer über das am meisten freut, was dem Andern am wenigsten gelungen scheint, so daß sie mich ganz confus machen könnten, und ich am Ende doch meinen eignen Geschmack, als letzte Instanz, entscheiden lassen muß.

Brief an Therese von Droste-Hülshoff vom 28.01.1842

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Traumhafte Tweets im März 2016

April1

 

Hier gibts weitere Sammlungen.

Eine seltsame Osterbegegnung

März27

„Leiser Gesang weckte Annette aus leichtem Schlaf. Nicht das Zwitschern de Vögel in der ersten Morgenröte ertöne, sondern menschliche Stimmen, die sich zu feierlichen Klängen erhoben. Die Osternacht war angebrochen.

Annette tastete sich hinaus auf den Flur an ein Fenster, das zum Hof zeigte. Mitternacht musste gerade vorüber sein, denn unten im Hof hatten sich schon Hülshoffs Bedienstete versammelt. Wie jedes Jahr fanden sie sich im Kreis zusammen, um die Osternacht mit Lobpreis zu feiern. Im Licht der wenigen Laternen erkannte Annette vom ersten Stock aus nicht alle, aber doch die Köchin und Franz, den Gärtner neben ihr. Die jungen Stallknechte standen in der Nähe von Kristine, Dine und Trudchen, den Haus- und Küchenmädchen. Aber heute trieben sie keinen Schabernack mit ihnen, sondern sangen in gemeinsamer Inbrunst ein Lied zur Auferstehung des Herrn. Der fromme Gesang aus den vereinten Kehlen zog wie eine Verheißung durch die klare Nacht. Den schönen Sopran von Mutters Kammerjungfer Lisette hörte Annette heraus, auch ohne sie zu sehen.

Annette lehnte sich mit der Stirn an den Fensterrahmen, um so nah wie möglich an das lustige Treiben im Hof heranzukommen. Sie wünschte sich mitten hinein in das bunte Spektakel.

Plötzlich hörte Annette die Haustür unter sich knarren. Welcher Nachzügler kam da zu spät? Neugierig kniff Annette die Augen zusammen, um die schmale Gestalt im weißen Nachthemd zu erkennen. Helles, aufgelöstes Haar fiel ihr über die Schultern. Sie trug einen Leuchter mit Kerzen, sodass Annette gleich erkannte, wer da die wenigen Stufen von der Haustür in den Hof hinabstieg. Ihr Herzschlag setzte aus.

Sie sah in ihr eigenes Gesicht.

Ohne ihren Gesang zu unterbrechen, machte das Gesinde der Nachtgestalt Platz, trat sogar rechts und links zur Seite, um sie hindurchzulassen. Denn offenbar wollte sich die Gestalt nicht ihrem Kreis anschließen, sondern strebte quer über den Hof dem anderen Hausflügel zu. Fassungslos sah Annette ihr nach. Sie stand wie gelähmt. Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Annettes Augen folgten dem Kerzenlicht, das jetzt im Haus verschwand. Der Schein der Kerzen wanderte als tanzendes Flämmchen hinter den Fenstern umher. Verwundert sah Annette sie schwächer werden, bis sie sie nicht mehr erkennen konnte. Nun lagen die Räume wieder in Finsternis, als hätten sie nie einen Geist gesehen.

Schließlich endeten die Gesänge, der Gesindekreis löste sich in feierlicher Stille auf. Nachdenklich schlich Annette zurück in ihr Bett, wo sie lange wartete, bis Schlaf sie übermannte.

Erst Jennys lautes Klopfen weckte am nächsten Morgen.

„Wir sitzen schon alle am Frühstückstisch“, ließ die Schwester Annette wissen und half ihr beim Anziehen.

Annette erwähnte ihr nächtliches Erlebnis mit keiner Silbe, dachte aber die ganze Zeit darüber nach. In der hellen Morgensonne kam ihr die Doppelgänger-Erscheinung nur allzu unwahrscheinlich vor. Vielleicht war sie im Flur halb eingeträumt, müde, wie sie war. Oder der flackernde Laternenschein hatten ihren schlechten Augen einen Streich gespielt und sie hatte nichts anderes als eine der Mägde im Nachthemd gesehen.

„Hast du heute Nacht auch den Ostergesang gehört?“, fragte sie Jenny vorsichtig.

„Nein, ich habe fest geschlafen. Und jetzt komm.“

Die Schwester verließ das Zimmer, um der Familie anzukündigen, dass nun auch Annette geruhte, bald zu erscheinen.

Obwohl sie so spät dran war, huschte Annette noch vor dem Frühstück rasch zur Haustür hinaus, weil sie Gärtner Franz auf dem Hof entdeckt hatte. Sie grüßte ihn freundlich und er wünschte Annette frohe Ostern.

„Nun, habt ihr in der vergangenen Nacht wieder den Ostermorgen besungen?“

„Freilich.“ Der Gärtner nickte irritiert, „das gnädige Fräulein ist doch selbst zu uns hinausgekommen. Wir wunderten uns darüber und waren bange, dass Sie sich erkälten würden.“

Annette starrte ihn wortlos an.“ (Grimms Albtraum, S. 93-95)

Leipziger Buchmesse 2016

März22

Schön war’s!

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Dank an den acabus Verlag für die unterhaltsame Signierstunde!

 

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Wir sehen uns in Leipzig!

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Ihr findet Frau Droste und mich am Buchmessesonntag ab 12.00 Uhr beim acabus Verlag (Halle 5, Stand D504).

Viel Spaß auf der #lbm16!

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Nachtschicht für die Dichterin

März9

Annette von Droste-Hülshoff schickt Levin Schücking einige Gedichte, die er sich für seine Arbeit erbeten hat, mit folgendem Kommentar über die widrigen Umstände ihrer Entstehung:

“Machen Sie damit, was Sie wollen, d. h. drucken Sie es oder nicht; ich mache gar keine Prätensionen mit diesen Gedichten, die in einem Wirrwarr gemacht sind, wie ich desgleichen nie erlebt und nie wieder zu erleben hoffe. Seit zwei Monaten, wo der Onkel so weit hergestellt ist, dass er täglich einige Stunden Besuch ertragen kann, ist’s hier zum schwindligwerden. Alle Tage 3–4 Besuche und jeder 3–4 Mann stark: neun verwandte Familien, vier benachbarte, nebst diversen Pastoren, die sich alle einbilden, jede Woche wenigstens einmal nachsehn zu müssen, wie die Besserung fortschreitet. Der Onkel hat’s bequem: sobald ihm der Lärm zu arg wird, zieht er sich als Rekonvaleszent in seine Privatzimmer zurück, wohin niemand folgen darf; aber Mama und ich führen ein wahres Schenkwirtsleben – wir liegen oft noch im Bette, wenn schon ein Wagen anrollen kömmt, und alle bleiben bis zum späten Abend. Denken Sie, Mama’n bekömmt dies Leben à merveille; sie ist so kregel wie ein Bienchen geworden, und wenn ich an Rüschhaus denke, wo ihr eigentlich jeder Besuch zu viel war, so steht mir der Verstand still.

Ich hingegen kann’s gar nicht aushalten; ich bin den ganzen Sommer leidend gewesen und muss mich täglich über Nacht aufrappeln. Wenn ich mich darin zugäbe, könnte ich jeden Abend bitterlich weinen. […]

Ich habe die Gedichte abends im Bette machen müssen, wenn ich todmüde war; es ist deshalb auch nicht viel Warmes daran, und ich schicke sie eigentlich nur, um zu zeigen, dass ich für Sie, liebster Levin, gern tue, was ich irgend kann. Zum Durchfeilen ist mir nun vollends weder Zeit noch Geistesklarheit geblieben, doch sind mir, wie Sie sehen, unter dem Schreiben allerlei Varianten eingefallen, unter denen Sie – falls Sie die Gedichte aufnehmen, was ich aber, aufrichtig gesagt, nicht erwarte – wählen mögen.”

Abbenburg, 25. August 1845

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