Esther Grau

inspired by dreams

Traumhafte Tweets im November 2016

Dezember1

 

Buchmesse im Schloss Schwetzingen 2016

November14

Schön wars auf der Buchmesse im Schloss Schwetzingen, ein “historisches Erlebnis für Bücherfreunde” wie angekündigt. Das Schloss bildete eine fantastische Kulisse, gerade für die Fans von historischen Romanen.

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Am acabus-Stand war einiges los; “gemeines Volk” und Hochadel mischten sich in den Sälen zwischen den Ständen der Aussteller.

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Im Mozartsaal gab es eine Lesung aus meinem Droste-Roman. Ein tolles Ambiente, das hervorragend zur Geschichte passte.

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“Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren”

November4

Wie sich Annette von Droste-Hülshoff in Meersburg vergnügte, wenn sie einmal nicht schrieb oder spazierte, erzählt sie höchst anschaulich in folgenden Briefzeilen:

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“Meersburg fängt übrigens seit kurzem an sich heraus zu machen; wir haben ein Theater, und – denken Sie! – ein sehr gutes. Das Lokal ist allerdings lächerlich elend, eine große Tanzstube im Wilden Manne – Levin kennt ihn, dem Schiffe gegenüber – wo die Schauspieler zwei Fuß über dem Boden agieren und doch mit den Federbüschen die Decke fegen; aber die zwölf Mann starke Truppe ist wirklich gut und im Lustspiel sogar vorzüglich. … So habe ich seltsamer Weise Gelegenheit, wöchentlich dreimal für vierundzwanzig Kreuzer einen Komiker zu sehn, bei dessen Auftreten noch vor drei Jahren in Dresden die Preise erhöht wurden. Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren; sie gehören zum wunderlichen alten Schlosse mit dem wunderlichen alten Gerümpel darin, zu Laßberg, den Alpen und dem Herrn Figel, der NB. auch wieder aufblüht, d. h. seine Schulden bezahlt, und wieder con amore mit seinem Zöpfchen wedelt.”

Quelle: Brief an Luise Schücking vom 28.02.1844

Traumhafte Tweets im Oktober 2016

November1

 

Weitere Twitterlieblinge findet ihr hier.

Lesung auf Schloss Schwetzingen

Oktober28

Am 12 und 13. November 2016 findet die Schwetzinger Buchmesse in den stilvollen Barockräumen von Schloss Schwetzingen statt. An beiden Tagen gibt es zwischen 11 und 17 Uhr fortlaufend Lesungen.

Am Sonntag, 13. November um 15.45 Uhr lese ich im Mozartsaal aus “Grimms Albtraum” und erzähle ein bisschen darüber, wie das Schlossleben von Annette von Droste-Hülshoff auf Burg Hülshoff und dem Alten Schloss Meersburg am Bodensee aussah.

Die Messe kostet 4 Euro Eintritt, die Lesungen sind frei.

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Frankfurter Buchmesse 2016 – Impressionen

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Um es kurz zu machen: Die Buchmesse war voll + toll.

Aber der Reihe nach: Am Samstag erst entspannt am Frankfurter Literaturbahnhof ankommen …

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… und dann in den Messehallen (erstmals nach Taschenkontrolle …) ab ins Getümmel. Auf den Wogen der Besucherströme lasse ich mich zu meinem Verlag acabus treiben. Wie viel da los ist! Es freut mich, dass die acabusse beim Frankfurter Debüt gleich mitten im Geschehen sind. Erhellende Gespräche mit den Verlagsmitarbeitern und zwei weiteren acabus-Autoren, Britta Röder und Lars Schütz.

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Schräg gegenüber trifft am Stand der Süddeutschen ein sehr aufgeräumter Miroslav Nemec ein und erklärt im Interview, wie er als Tatortkommissar auf die “abwegige Idee” kam, seinen ersten Krimi zu schreiben (es war der Wunsch eines befreundeten Verlegers). Zum Schluss lässt er es sich nicht nehmen, noch Kästners “Sachliche Romanze” zu intonieren.

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Multimedial ist auch der Vortrag Werner Tiki Küstenmachers, der live ein paar Simplify-Strategien zeichnet und erklärt.

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Am ARTE-Stand später großes Gejuchze weiblicher Fans, als Florian David Fitz auftaucht.

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Von Fitz zu Fitzek: Der Thrillerautor stellt sein neues Buch Paket vor. Leider ist die Akustik im Azubibistro zumindest in den hinteren Reihen so schlecht, dass unklar bleibt, was wirklich im Paket steckt. Aber für Geheimnisse ist er ja immer gut.

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Also Mittagspause und ein wenig unter fliegenden Büchern flanieren …

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… und Micky Mouse ausgerechnet am DUDEN-Stand treffen (?!).

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Dann rechtzeitig zur Schweizer Bank, die drei der Nominierten für den diesjährigen Schweizer Buchpreis vorstellt. Besonders gespannt auf Michelle Steinbeck, die auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Sehr sympathisch, dass ihr Buch “Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch” von Träumen inspiriert ist.

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Zum Schluss noch ein bisschen im Gastland gechillt: Flandern und die Niederlande projizieren Strand und Meer inklusive Akustik rund um die Ausstellungsfläche. Gelungen.

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Die Mühen der Federführung

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Auf einer Computertastatur blind im Zehn-Finger-System zu schreiben, wäre der kurzsichtigen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sehr entgegen-gekommen. Stattdessen plagte sie sich mit der Feder – und auch da gab es Qualitätsunterschiede:

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“Lieb Lies, ich plage mich wie ein armer Hund mit meinen schlechten Stahlfedern und habe schon ein ganzes Kästchen durchprobiert, aber alle wollen entweder die Dinte nicht lassen, oder haben immer von Neuem Haare im Schnabel, als wenn ihnen ein Bart nachwüchse. Glückselig, wer mit Gänsekielen schreiben kann! ich kann’s nicht, denn ich verstehe sie nicht zu schneiden, und Mama ebensowenig.”

Quelle: Brief an die Freundin Elise Rüdiger vom 14.11.1845

Wie kompliziert die Herstellung der Federkiele tatsächlich war, kann man hier nachlesen.

Traumhafte Tweets im September 2016

Oktober1

Mehr gibt’s hier.

“Ich werde leider täglich mehr zur Fledermaus”

September16

Träumerisch mutet die Schreibumgebung auf Gut Abbenburg an, wie sie Annette von Droste-Hülshoff beim Verwandtschaftsbesuch im westfälischen Brakel-Bellersen erlebt. Obwohl ihr der Kopf vor allerlei Ungemach brummt, schildert sie ihrer Bonner Freundin Billa, “Rheingräfin” Sybille Mertens-Schaaffhausen, die zauberhafte Kulisse in einem notgedrungen konfusen Brief aus dem Jahr 1843:

Jetzt hat sich mir der Krankheitsstoff wieder auf den Kopf geworfen, der mir den ganzen Tag summt und siedet wie eine Teemaschine – Ohr, Zahn, Gesichtsschmerz – ich möchte mich zuweilen, wie jener Halbgeköpfte (Kindermärchen von Grimm), bei den Haaren nehmen und mein weises Haupt in den Fischteich unter meinem Fenster werfen, wo es ihm wenigstens kühl werden würde. Erwarte also nur konfuses Zeug in diesem Briefe, denn ich bin halb simpel vor Duseligkeit, und muss bei jeder dritten Zeile aufspringen, um das Blut sinken zu lassen. […]

Hier würde es mir sonst recht gut gehn, alles ist freundlich, Gegend, Haus, Wetter und Menschen. Haben wir kein Siebengebirge, so haben wir doch sehr anmutige Hügel mit prächtigen Steinbrüchen, wo ich heraushämmern könnte, was mein Herz nur verlangt, und statt eigentlicher Parks doch wenigstens hübsche Spazierwege durch Laub- und Nadelholz, und einige sogar imposante Baumhallen, wo ich sehr gern arbeiten möchte […].

Gutes Herz, wärst Du hier, es wäre doch, trotz allen Schmerzen, charmant in Abbenburg. Ich habe hier ein nettes heitres Quartier, unter den Fenstern eine hübsche Blumenterrasse mit Springbrunnen, und allerlei reizende Plätzchen in der nächsten Umgebung, —z. B. gleich vor mir einen Eichwald, mit großem Teiche und Insel darin, wo eine gewaltige Linde ihre Zweige fast auf den Boden senkt, und es sich auf den Sitzen gar anmutig über dem Wasser träumen läßt; dann noch eine andre, etwas entferntere Anlage, die sehr gut unterhalten, aber von niemanden besucht wird, da wäre alles unser Eigen, Baumhallen, Sitze, das hübsche Zelt, bloß für uns Zweie, um es nach Belieben mit den Bildern unsrer Liebsten zu bevölkern, oder zu einer Robinsons-Einsamkeit zu machen.

Ich werde leider täglich mehr zur Fledermaus, zwischen Licht und Dämmerung, das ist meine rechte Zeit, und übrigens allein oder zu zweien, was darüber, ist vom Übel, und ich möchte immer, wie ein travestierter Hamlet, sagen: „Träumen, Träumen! Vielleicht auch Schlafen!“ […].

Traumhafte Tweets im August 2016

August31

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