Esther Grau

inspired by dreams

Countdown läuft: Bewerbung für die Vorab-Leserunde bei LovelyBoks

Juli15

Am 1. August erscheint mein neuer Roman “Die wundersame Erkundung der Farbe Moll” offiziell im Buchhandel. Vorab gibt es exklusiv bei LovelyBooks eine Leserunde, für die ihr eins von zehn Freiexemplaren (Print oder E-Book) gewinnen könnt. Ich werde die Gewinner beim Lesen der Reise durch die Schweiz begleiten und freue mich schon auf den Austausch. Wer mag, kann sich heute noch unter diesem Link bewerben.

Erkundung_Cover blog

Wiedereröffnung der Kunsthalle Mannheim #KUMA

Juni3

Die Kunsthalle Mannheim feiert an diesem Wochenende seine offizielle Wiedereröffnung. Nachdem wir im Dezember schon die Architektur des Neubaus mit ersten Werken erkunden durften (Anselm Kiefers monumentales „Essence-Exsistence“!), präsentiert sich das Museum ab 1. Juni 2018 nun mit der kompletten Sammlung. Viele Besucher nutzten gleich am ersten Abend den Begegnungsraum gerne.

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Menschenmenge

Die Kunsthalle hat sich unter anderem dem Ziel verschrieben, Kunst unmittelbar erlebbar zu machen. Eingelöst wird der Anspruch besonders spürbar im Skulpturenraum mit der „Menschenmenge“. Skulpturen stehen lebensgroß und ohne hohen Sockel frei im Raum – Kunst auf Augenhöhe.

Menschenmenge_web

Die Skulpturen sprengen dabei nicht nur räumliche, sondern auch zeitliche Grenzen. Weder stehen sie wie gewohnt ordentlich aufgereiht und erhaben dem Besucher gegenüber, noch sind sie chronologisch geordnet. Vielmehr versammelt der Raum Skulpturen aus einem Zeitraum von 150 Jahren. Auguste Rodins „Eve“ (1881) ist – passend für die Menschheitsmutter –  die älteste Skulptur im Raum. Eine der jüngsten ist Krištof Kinteras „Revolution“ (2005), die sich als Aufmerksamkeitsmagnet entpuppte, sendet der Junge, der seinen Kopf rhythmisch gegen die Wand schlägt, doch deutliche akustische Signale aus.

Kintera_Revolution2

Das Schönste aber – die Besucher sind in der Ausstellung schon mitgedacht:

„Die figurativen Skulpturen im Raum werden erst zur Menschenmenge, wenn sich die Betrachter zwischen sie mischen und eine neue Erfahrung machen: Körper unter Körpern, Ursprung der Kunst.“

Niedrigschwellliger kann man sich Kunst kaum denken.

Ferdinand Hodler

Dann machte ich mich auf die Suche nach den Gemälden des Schweizer Malers Ferdinand Hodler, denen ich durch meine Buchrecherche in den letzten Jahren nahe gekommen bin. „Das Lied aus der Ferne“ empfängt den Betrachter an prominenter Stelle im ersten Stock, gefolgt vom „Thunersee mit Stockhornkette“ im Nebenraum.

Hodler-Das Lied aus der Ferne_web

Auf dem beeindruckenden Touchscreen im Foyer, der die digitalisierte Sammlung leicht zugänglich macht, kann man übrigens alle Informationen dazu aufrufen, sich thematische Verbindungen anzeigen und das Bild per QR-Code aufs Smartphone schicken lassen. Eine tolle Idee, die bei Groß und Klein gut ankam, denn wunderbarerweise kommen die Bilder dem Betrachter durch die Digitalisierung näher denn je – Kunst zum Anfassen, buchstäblich ohne Berührungsängste.

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Aus dem Schaudepot gibt es noch ein Bild-Suchbild: Finde den Hodler!

Tipp: Das Gemälde heißt „Schnee im Engadin“.

Hodler-Schnee im Engadin_Schaudepot

Zeit und Endlichkeit

Mir fiel auf, wie oft die Zeit in verschiedenen Zusammenhängen und Zugängen thematisiert wurde. Die freischwingende, pausenlos rotierende Uhr über dem Foyer dürfte wohl die Aufmerksamkeit jedes Besuchers wecken. Es handelt sich um „Die bewegte Leere des Moments“ von Alicja Kwade.

Kwade_Die bewegte Leere des Moments

In der Abteilung „Zwischen Form und Anti-Form“ beeindruckte mich in diesem Zusammenhang Klaus Rinkes Wandzeichnung aus Bindfäden und Bleiloten namens „Messinstrument für Zeitlosigkeit“, das ich schon für den Titel liebe.

Ringe_Messinstrument für Zeitlosigkeit

Mit Zeit und Geschichte spielt auch die Multimedia-Installation „The Refusal of Time“ des Künstlers William Kentridge, die schon auf der Documenta 13 mit suggestiven Rhythmen und mehreren simultanen Videoprojektionen rund um einen mysteriösen Blasebalg die Besucher multisensorisch in seinen Bann zog. Auf der Erklärungstafel wird das Kunstwerk unter der Überschrift „Statement gegen den Tod“ beschrieben und ein solches ist übrigens auch die Dachterrasse des Neubaus – nichts für Höhenängstliche …

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Noch läuft das (freie) Eröffnungswochenende – also schnell hin und in die Kunst eintauchen!

Verlagsvorschau acabus

Mai21

Jetzt wird es konkret! Die Verlagsvorschau des acabus Verlags für das Herbstprogramm ist online. Mit dabei: “Die wundersame Erkundung der Farbe Moll” (erscheint im August 2018). Hier ein kleiner Einblick:

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„Man gibt wieder, was man liebt“ – Ferdinand Hodlers 100. Todestag

Mai19

Heute vor 100 Jahren starb der Schweizer Maler Ferdinand Hodler. Seine Arbeiten – insbesondere die symbolistischen – sind mir während meiner Recherche und Arbeit am aktuellen Roman sehr ans Herz gewachsen.

Zum 100. Todestag gibt es im Netz so viele schöne Beiträge über Hodler, dass ich hier ein paar Links zusammengestellt habe – viel Spaß beim Eintauchen in Hodlers Kunst:

“Lebenslanges Streben nach Perfektion”: Artikel des Deutschlandfunks

“Immer ist alles schön parallel: Artikel beim SRF

“Nationalmaler und Selbstmarketingprofi” hier zum Podcast.

Hodler als “Kunstheld” hier.

 

“Ich habe jeden Tag gemalt”: Ferdinand Hodler in der Bundeskunsthalle Bonn

Januar20

Zum diesjährigen Hodlerjahr zeigt die Bundeskunsthalle Bonn eine Werkschau des Schweizer Nationalmalers Ferdinand Hodler (1853-1918), einem der wichtigsten Maler der frühen Moderne. Die Ausstellung folgt wichtigen Etappen in Hodlers Leben – angefangen bei seinen Lehrjahren über die Zeit erster Fortschritte bis zu den internationalen Erfolgen und der Entwicklung seiner monumentalen Malweise. Monumentalität galt um 1900 als Inbegriff der Moderne.

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Hodler ließ die Impressionisten hinter sich, um eigene Stilmittel und Ausdrucksformen zu entwickeln. Charakteristisch ist die Ausbildung eines spezifischen Kompositionsprinzips, Parallelismus genannt, das von der symmetrischen Wiederholung gleicher Formen lebt. Überlebensgroße Gestalten, Wolken oder Linien rhythmisieren so den Raum. Hodlers Parallelismus bildet dabei nicht nur ein formales Prinzip, sondern symbolisiert die Gesetze der Natur, ihre Wiederholung und harmonische Ordnung. Diese Form der Naturverehrung stellt in Hodlers symbolistischen Gemälden ein Leitmotiv dar.

 

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Bekannt wurde Hodler vor allem für seine zahlreichen Gemälde Schweizer Landschaften. Der Thuner See gilt als eine seiner liebsten und entsprechend häufig gemalten Ansichten. Anekdote am Rande: Angeblich sah er dabei auch mal kopfüber durch die Beine, um die Farbe noch intensiver wahrzunehmen.

Hodler verdiente sein Geld immer wieder auch als Porträtmaler. Daneben fertigte er von sich selbst zahlreiche Porträts an, die seine Wandlung durch die verschiedenen Lebensalter veranschaulichen.

Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle (noch bis 28.1.18) ist insbesondere mit Unterstützung eines Audioguides ein Genuss. Für mich umso mehr, da Hodlers Bilder in meinem neuen Roman „Die wundersame Erkundung der Farbe Moll“, der im September erscheint, eine wichtige Rolle spielen.

 

Ein Abend mit Frau Droste: Lesung in Heidelberg am 4. Dezember 17

November25

In der heimeligen Bibliothek des Deutsch-Amerikanischen Instituts Heidelberg findet am 4. Dezember um 20.00 Uhr die nächste Veranstaltung zu “Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff” statt. Autor Marcus Imbsweiler und Jutta Wagner vom DAI moderieren die Lesung mit Gespräch.

Herzliche Einladung!

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Frau Droste in Heidelberg

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Gut, es ist schon 181 Jahre her, aber sie war da. In Heidelberg macht Annette von Droste-Hülshoff am 1. November 1836 auf ihrer Rückreise aus der Schweiz Station. Gerade hat sie ihre Schwester Jenny und Schwager Joseph von Laßberg für längere Zeit besucht. Die beiden waren nach ihrer Heirat (1834) auf Laßbergs Schloss Eppishausen im Schweizer Thurgau gezogen. Ihren bekannten Wohnsitz Schloss Meersburg am Bodensee erwarben sie erst später. So bricht Annette von Droste-Hülshoff im Sommer 1835 auf, um ihre Schwester, mit der sie vorher die meiste Zeit unter einem Dach gelebt hatte, endlich wiederzusehen.

In der Schweiz unternimmt sie nicht nur zahlreiche Ausflüge, sondern steht ihrer Schwester auch bei deren erster Schwangerschaft bei. Die Geburt der Zwillinge Hildel und Gundel im März 1836 ist schwer und so bleibt Tante Annette – von den Nichten später ebenso liebevoll wie pragmatisch „Tanette“ genannt – noch fast acht Monate, um sich um den Nachwuchs zu kümmern („die Kinder sind zart, das eine geradezu schwächlich, aber sonst […] niedlich und freundlich“).

Am 29. Oktober 1836 bricht sie in Eppishausen auf und erreicht Heidelberg am 1. November. Wie sie die Stadt wohl gesehen hat? Zumindest die Alte Brücke mit den Doppeltürmen und das Schloss prägten schon damals die winterliche Stadtansicht.

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Nach der Nacht in Heidelberg reist Annette von Droste-Hülshoff über Mainz an den Rhein, wo sie den Winter bei Familie und Freunden in Köln und Bonn verbringt. Wegen des milden Klimas überwintert sie dort gern, doch dieses Mal gibt es allerlei Spannungen und Ärger mit einem Manuskript. Mitte Februar 1837 kehrt sie schließlich nach Münster zurück.

Inspiration der Nacht

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Wie findet eine Schriftstellerin ihre Geschichten?

Dieser Frage geht das Tanzstück „Nightbook“ von Stephan Thoss nach, das das Nationaltheater Mannheim derzeit in neuer Bearbeitung zeigt. Das Stück spielt dabei tänzerisch und per Videoprojektion auf surrealistische Bilder des Malers René Magritte an.  So eröffnet sich ein Raum der Inspiration, in dem es zunächst um den Tanz mit dem eigenen Schatten geht, bis sich die Ideen und Geschichten auftun. Fantasie und Wirklichkeit – zunächst strikt getrennt – vermischen sich. Jetzt gilt es, sich den inneren Bildern zu stellen, um aus ihrem Reichtum zu schöpfen. Ein traumartiger Tanz mit Sogwirkung.

Der Tanzabend „Gesicht der Nacht zeigt daneben noch ein weiteres Werk. Das Tanzstück „var“ des Isländers Frank Fannar Pedersen, Tänzer und Choreograf, dreht sich um das, was „war“, d. h. um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Wie sehr sie die Bewegungsfreiheit einschränken kann, demonstrieren die Tänzer anschaulich anhand normierter, beinahe roboterartiger Bewegungen. Wagt es einer, sich freizutanzen, muss er Gehversuche im Unbekannten riskieren, um schließlich neue Schritte zu gehen. Für diesen Weg in die Gegenwart kreiert das Stück eine ganz eigene Poesie der Schuhe.

Aufführungen finden in diesem Jahr noch am 20. und 29. Oktober statt.

Übrigens hat das Nationaltheater Mannheim auch Loriots „Der Ring an einem Abend wiederaufgenommen, über den ich bereits hier einmal begeistert geschrieben habe. Ein Genuss nicht nur für Wagnerianer, sondern insbesondere für alle, die Wagners Ring komprimiert und ohne unnötigen Ernst kennenlernen möchten. Vorstellungen gibt es noch am 8. Oktober und 10. November.

 

 

Dialog der Kunstfiguren

September29

An der Promenade in Münster sieht die Büste der Annette von Droste-Hülshoff gleichmütig auf das Treiben der Stadt. Viel war dort los diesen Sommer während der stadtweiten Kunstausstellung Skulptur Projekte Münster, liegt doch Nicole Eisenmans Brunnenskulptur “Sketch for a Fountain” direkt zu Füßen von Frau Droste (und so sind auch an ihr die Verunstaltungen leider nicht vorübergegangen).

Spannungsreich wirkt das Zusammenspiel, weil die Münsteraner zu Frau Drostes Zeiten stilvoll über die Promenade flanierten und Brunnen vor allem durch ihr ästhetisches Aussehen beeindruckten. Die neue Brunnenskulptur führt dagegen zeitgenössische Lebensweisen vor und zeigt, wie wir uns heute mit der Bierdose in der Hand  locker und lässig in öffentlichen Grünanlagen vergnügen.

Sprachlos sieht Frau Droste zu.

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#Litcamp17 kommt näher …

Juni19

Nächstes Wochenende ist es schon so weit: Das Literaturcamp Heidelberg 2017 startet!

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