Esther Grau

inspired by dreams

Nächste Lesung: Burgroman mit Burgromantik in Neckarsteinach am 4.3.17

Februar10

Neckarsteinach_web

Nicht nur Heidelberg, sondern auch das nahe Neckarsteinach gefiel schon manchem Literaten. So unternahm Mark Twain 1879 auf seiner Deutschlandreise eine Floßfahrt auf dem Neckar von Heilbronn nach Heidelberg und legte in Neckarsteinach eine Rast ein. In seinem Reisetagebuch vermerkte er:

„Wir kehrten nach Neckarsteinach zurück, tauchten die heißen Köpfe in den Trog des Stadtbrunnens, gingen dann ins Hotel und aßen im Garten in aller Behaglichkeit unsere Forellen, dabei floß der schöne Neckar zu unseren Füßen dahin, der seltsame Dilsberg ragte gegenüber auf und die anmutigen Türme und Zinnen zweier mittelalterlicher Burgen betonten das zerklüftete Landschaftsbild zu unserer Rechten.“

Neckarsteinach1

Am 4. und 5. März 2017 findet die 11. Buchmesse im Neckartal jeweils von 11 bis 18 Uhr im Bürgerhaus „Zum Schwanen“ (Neckarsteinach, Neckarstraße 42) und dem Leseschiff am Neckarufer statt. Neben der Ausstellung der Verlage gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit fortlaufenden Lesungen an beiden Tagen.

Am Samstag, 4.3. um 17.00 Uhr lese ich dort aus dem Droste-Roman „Grimms Albtraum“ und freue mich über Zuhörer.

Neckarsteinach5_web

Neckarsteinach4_web

“… und träume so stille für mich…”

Januar4

bergfriedhof_web

„Ich bin in der Puppe, liebe Freundin, es weht wie Altweibersommer in meiner Stube herum, von alledem was ich tagsüber und nachtsüber ausspinne mich einwickelnd, dass ich schon nicht mehr kenntlich bin. Warten Sie, bitte, bitte, auf den nächsten Schmetterling. Sie haben im Herbst gesehen, in Berlin, wie trist und abscheulich die Raupe war, ein Greuel. Kommt kein Schmetterling heraus, am Ende, – auch gut, so bleibe ich in dieser Filzerei stecken und träume so stille für mich von dem grandiosen Trauermantel, der zu werden ich einstens etwas Aussicht hatte. Flieg ich nicht aus, so fliegt ein anderer, der liebe Gott will nur, dass geflogen wird, wer’s gerade besorgt, dafür hat er nur ein ganz vorübergehendes Interesse.“

Quelle: Rainer Maria Rilke- Marie von Thurn und Taxis. Briefwechsel. Bd. 1. Hrsg. v. Ernst Zinn. Frankfurt am Main 1986. S. 341.

posted under Wortreich | No Comments »

Traumhafte Tweets im Dezember 2016

Dezember31

Mehr gibt’s hier.

Brillante Weihnachten 1841 in Meersburg

Dezember22

Anno 1841 feiert Annette von Droste-Hülshoff Weihnachten bei ihrer Schwester Jenny, Schwager Laßberg und den Nichten Hildel und Gundel auf dem Alten Schloss Meersburg.

meersburg-eingang_web

„Weihnachten war eine große Freude hier, die Kinder wurden schon am Abend sehr reichlich, und in den folgenden Tagen von allen Seiten so übermäßig beschenkt, daß es mich fast gereute ihnen auch ein paar sehr hübsche Kleidchen von rothem Kattun gekauft zu haben, die sich ganz in dem Schwarm verlieren […].

Am Weihnachtsabend hatten sie nun schon neue Mäntel bekommen, Merinoskleider, Foulard Tücher, Bänder, Puppen, ein Caroussel, einen Papagey der Flügel schlägt, und der ganze Baum hing voll der schönsten Devisen, und Püppchen von Zuckerpappe, Chocolate, et cet. die Laßberg hatte kommen lassen. – Wir Andern wurden auch Alle reichlich beschenkt – Laßberg bekam von Jenny gestrickte Unterjäckchen und ein rothes Käppchen, von mir ein Paar gestickte Pantoffeln und einen Sedevacanz Tahler, von Schücking ein Exemplar seines Buchs über den Cölner Dombau, und von Liebenau sehr seltne griechische und römische Münzen, und ein werthvolles Manuscript. – Jenny von Laßberg ein schönes Merinoskleid, und ein Foulard Tuch, von mir einen seidenen Sonnenschirm und ein Paar seidene Handschuh, von Schücking Freiligraths Gedichte – Ich von Laßberg ein schönes Mousseline de Laine-Kleid, – braunroth – von Jenny ein Umschlagetuch in der Art wie ihr eigenes, schwarz mit Blumen, und ein Paar warme Pantoffeln, von Schücking ein Pappkästchen. Schücking von Laßberg ein schönes englische Perspektiv und viel Taback, von Jenny zwey seidne Tücher und eine schwarze Atlasweste, und von mir eine Cigarren-spitze. – Du siehst es ist brillant zugegangen.“

(Quelle: Brief an Therese von Droste-Hülshoff vom 26.1.1842)

Traumhafte Tweets im November 2016

Dezember1

 

Buchmesse im Schloss Schwetzingen 2016

November14

Schön wars auf der Buchmesse im Schloss Schwetzingen, ein “historisches Erlebnis für Bücherfreunde” wie angekündigt. Das Schloss bildete eine fantastische Kulisse, gerade für die Fans von historischen Romanen.

schwetzingen_web

Am acabus-Stand war einiges los; “gemeines Volk” und Hochadel mischten sich in den Sälen zwischen den Ständen der Aussteller.

schwetzingen_web3

Im Mozartsaal gab es eine Lesung aus meinem Droste-Roman. Ein tolles Ambiente, das hervorragend zur Geschichte passte.

schwetzingen_mozartsaal

 

“Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren”

November4

Wie sich Annette von Droste-Hülshoff in Meersburg vergnügte, wenn sie einmal nicht schrieb oder spazierte, erzählt sie höchst anschaulich in folgenden Briefzeilen:

meersburg4_web

“Meersburg fängt übrigens seit kurzem an sich heraus zu machen; wir haben ein Theater, und – denken Sie! – ein sehr gutes. Das Lokal ist allerdings lächerlich elend, eine große Tanzstube im Wilden Manne – Levin kennt ihn, dem Schiffe gegenüber – wo die Schauspieler zwei Fuß über dem Boden agieren und doch mit den Federbüschen die Decke fegen; aber die zwölf Mann starke Truppe ist wirklich gut und im Lustspiel sogar vorzüglich. … So habe ich seltsamer Weise Gelegenheit, wöchentlich dreimal für vierundzwanzig Kreuzer einen Komiker zu sehn, bei dessen Auftreten noch vor drei Jahren in Dresden die Preise erhöht wurden. Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren; sie gehören zum wunderlichen alten Schlosse mit dem wunderlichen alten Gerümpel darin, zu Laßberg, den Alpen und dem Herrn Figel, der NB. auch wieder aufblüht, d. h. seine Schulden bezahlt, und wieder con amore mit seinem Zöpfchen wedelt.”

Quelle: Brief an Luise Schücking vom 28.02.1844

Traumhafte Tweets im Oktober 2016

November1

 

Weitere Twitterlieblinge findet ihr hier.

Lesung auf Schloss Schwetzingen

Oktober28

Am 12 und 13. November 2016 findet die Schwetzinger Buchmesse in den stilvollen Barockräumen von Schloss Schwetzingen statt. An beiden Tagen gibt es zwischen 11 und 17 Uhr fortlaufend Lesungen.

Am Sonntag, 13. November um 15.45 Uhr lese ich im Mozartsaal aus “Grimms Albtraum” und erzähle ein bisschen darüber, wie das Schlossleben von Annette von Droste-Hülshoff auf Burg Hülshoff und dem Alten Schloss Meersburg am Bodensee aussah.

Die Messe kostet 4 Euro Eintritt, die Lesungen sind frei.

schwetzingermesse2_web

Frankfurter Buchmesse 2016 – Impressionen

Oktober25

Um es kurz zu machen: Die Buchmesse war voll + toll.

Aber der Reihe nach: Am Samstag erst entspannt am Frankfurter Literaturbahnhof ankommen …

literaturbahnhof

… und dann in den Messehallen (erstmals nach Taschenkontrolle …) ab ins Getümmel. Auf den Wogen der Besucherströme lasse ich mich zu meinem Verlag acabus treiben. Wie viel da los ist! Es freut mich, dass die acabusse beim Frankfurter Debüt gleich mitten im Geschehen sind. Erhellende Gespräche mit den Verlagsmitarbeitern und zwei weiteren acabus-Autoren, Britta Röder und Lars Schütz.

acabus_fbm16

Schräg gegenüber trifft am Stand der Süddeutschen ein sehr aufgeräumter Miroslav Nemec ein und erklärt im Interview, wie er als Tatortkommissar auf die “abwegige Idee” kam, seinen ersten Krimi zu schreiben (es war der Wunsch eines befreundeten Verlegers). Zum Schluss lässt er es sich nicht nehmen, noch Kästners “Sachliche Romanze” zu intonieren.

nemec

Multimedial ist auch der Vortrag Werner Tiki Küstenmachers, der live ein paar Simplify-Strategien zeichnet und erklärt.

tikki-all

Am ARTE-Stand später großes Gejuchze weiblicher Fans, als Florian David Fitz auftaucht.

fitz2

Von Fitz zu Fitzek: Der Thrillerautor stellt sein neues Buch Paket vor. Leider ist die Akustik im Azubibistro zumindest in den hinteren Reihen so schlecht, dass unklar bleibt, was wirklich im Paket steckt. Aber für Geheimnisse ist er ja immer gut.

fitzek_paket

Also Mittagspause und ein wenig unter fliegenden Büchern flanieren …

fliegende-buecher

… und Micky Mouse ausgerechnet am DUDEN-Stand treffen (?!).

micky

Dann rechtzeitig zur Schweizer Bank, die drei der Nominierten für den diesjährigen Schweizer Buchpreis vorstellt. Besonders gespannt auf Michelle Steinbeck, die auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Sehr sympathisch, dass ihr Buch “Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch” von Träumen inspiriert ist.

schweizer-bank_web

Zum Schluss noch ein bisschen im Gastland gechillt: Flandern und die Niederlande projizieren Strand und Meer inklusive Akustik rund um die Ausstellungsfläche. Gelungen.

niederlande1 niederlande

« Older Entries
  • Ich mach was mit Büchern