Esther Grau

inspired by dreams

ROILA – Grundkurs Robotisch

Juli21

Was tun, wenn das Gegenüber Blech redet? Bei Robotern ist das nicht so unwahrscheinlich. Wer Missverständnissen vorbeugen möchte, lernt am besten ROILA. Die Kunstsprache wurde entwickelt, um die Kommunikation mit Robotern zu verbessern, daher auch der Name: Robot Interaction Language (ROILA).

Sprachwissenschaftlich ein spannendes Projekt, weil es mit minimalen Voraussetzungen eine komplexe Kommunikationsbasis erschaffen will. (Das Sprachsystem wird immer noch verfeinert.)

Der Wortschatz wurde in Anlehnung an ein vereinfachtes Englisch (Basic English) aus lediglich 850 Vokabeln mit Hilfe eines Computeralgorithmus’ geschaffen. Dieser folgt einem effizienten Prinzip: Je häufiger die Vokabelverwendung, desto kürzer das zugeteilte Wort. Für schnelleres Sprechen und Verstehen.

Die Grammatik ist ebenso ökonomisch, sie funktioniert ohne Ausnahmen regelhaft. Es gibt Nomen, Verben, Adjektive und Adverbien, aber weder Fälle noch Geschlechter (mit Ausnahme der Pronomen sie und er). Um grammatische Kategorien wie Plural oder Zeiten zu kennzeichnen, werden separate Wörter ergänzt, sodass alle anderen Wörter unverändert bleiben.

Beispiel:

I am walking to the house
Pito fosit bubas
(wörtlich: Ich gehen Haus)

I walked to the house
Pito fosit jifi bubas
(wörtlich: Ich gehen <Wortmarker für Vergangenheit> Haus)

Entsprechend erscheint „jifi“ in allen Sätzen, die in der Vergangenheit stehen.

Wer sich intensiver mit ROILA befassen möchte, findet hier nähere Informationen.

via beetlebum, der schon mal Vokabeln lernt

Blickfang: Wolken(t)räume

Juli17

Flug4

Flug7

Flug5

Flug8

posted under Blickfang | No Comments »

Freunde der Sprache

Juli16

… und ihr Nachwuchs – hübsche Anekdote(n) zum Spracherwerb gibt’s bei Percanta.

posted under Wortreich | No Comments »

Tag 2 – Das Buch, das du als nächstes liest Buchextrakt (16) Carl-Henning Wijkmark: Nahende Nacht

Juli15

Morphiumbeflügelt erkundet der Protagonist die (Meta-)Physik des Todes. Denn der Hauptdarsteller ist ein sterbender Schauspieler im Todestrakt eines Krankenhauses, von seinen Zimmergenossen lapidar “Basislager” genannt, “weil uns das große Wagnis noch bevorstand”.

“Ist man sein ganzes Leben Freidenker gewesen, sollte man so viel Selbstachtung haben, daran festzuhalten. Sie können für sich eine fröhliche Ewigkeit irgendwo in ferner Zukunft erwarten. Aber ich, ich stehe hier auf der Schwelle zur großen Nacht und kann einfach nicht an eine andere Ewigkeit glauben. Für mich führen diese letzten Tage oder Wochen dazu, dass alles endet. Das einzige Leben ist vorbei. Da wägt man seine Worte ab. Ist man gläubig wie Sie, verliert der Tod seine Tragik. Er wird banal. Nur eine Passkontrolle. Für mich lautet die frohe Botschaft anders: Nur wer frei von Illusionen lebt, ist wirklich frei.” (S. 26)

Traumtöne: Your secret

Juli14

Ein bezaubernder Kurzfilm von Jean-Sébastien Monzani via Elisabeth Rank.

 

Tag 1 – Das Buch, das du zurzeit liest Buchextrakt (15) Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen

Juli12

Sehr unbedarft mit der Lektüre begonnen, nur mit einer unbestimmt positiven Assoziation zu Autorin und Titel im Hinterkopf  mitten ins Lesevergnügen gesprungen. Bei den ersten Zeilen gedacht, dieser unbekümmerte Schreibstil, wie man denkt und spricht – das ist bestimmt eine Bloggerin (!). Ein paar ungewohnte Redewendungen für Soziolekt gehalten, bis ich  über das “Grammophon” stolperte und doch mal das Erscheinungsjahr nachgeschlagen habe. 1932. Oha?!

Umso interessierter weitergelesen und mich an der Paradoxie gefreut, dass ein Buch gleichzeitig ein anschauliches Zeitzeugnis ablegen und in seinem Kern so modern sein kann.

Das kunstseidene Mädchen ist eine junge, emanzipierte und lebenshungrige Frau, die sich in einer armen, arbeitslosen Zeit mit allen Mitteln durchschlägt, die einer mittellosen Frau so zur Verfügung stehen.

“Ich bin in Berlin. Seit ein paar Tagen. Mit einer Nachtfahrt und noch neunzig Mark übrig. Damit muss ich leben, bis sich mir Geldquellen bieten. Ich habe Maßloses erlebt. Berlin senkte sich auf mich wie eine Steppdecke mit feurigen Blumen. Der Westen ist vornehm mit hochprozentigem Licht – wie fabelhafte Steine ganz teuer und mit so gestempelter Einfassung. Wir haben hier ganz übermäßige Lichtreklame. Um mich war ein Gefunkel. Und ich mit dem Feh. Und schicke Männer wie Mädchenhändler, ohne dass sie gerade mit Mädchen handeln, was es ja nicht mehr gibt – aber sie sehen danach aus, weil sie es tun würden, wann was bei rauskäme. Sehr viel glänzende schwarze Haare und Nachtaugen so tief im Kopf. Aufregend. Auf dem Kurfürstendamm sind viele Frauen. Die gehen nur. Sie haben gleiche Gesichter und viel Maulwurfpelze – also nicht ganz erste Klasse – aber doch schick – so mit hochmütigen Beinen und viel Hauch um sich. Es gibt eine Untergrundbahn, die ist wie ein beleuchteter Sarg auf Schienen – unter der Erde und muffig, und man wird gequetscht. Damit fahre ich. Es ist sehr interessant und geht schnell.” (S. 67)

Büchertage

Juli10

Als kleine Variation meiner Reihe Buchextrakte wird es in nächster Zeit 31 Einträge zu (mindestens) 31 Büchern geben.

Ursprünglich sollte das Projekt wohl einen vollen Monat mit täglichen Artikeln ergeben, aber da werde ich es etwas entspannter mit dem Blindtextblogger halten, von dem ich die Idee aufgegriffen habe, und zwischendurch andere Themen einfließen lassen.

Tag 1 – Das Buch, das du zurzeit liest
Tag 2 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
Tag 3 – Dein Lieblingsbuch
Tag 4 – Dein HassLangeweilebuch
Tag 5 – Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest
Tag 6 – Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst
Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert
Tag 8 – Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert
Tag 9 – Das erste Buch, das du je gelesen hast
Tag 10 – Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin
Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst
Tag 12 – Ein Buch, das dir Freunde/Bekannte etc.  empfohlen haben
Tag 13 – Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
Tag 14 – Ein Buch aus deiner Kindheit
Tag 15 – Das 4. Buch in deinem Regal von links
Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Tag 19 – Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat
Tag 23 – Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat
Tag 24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
Tag 25 – Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest
Tag 27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist
Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
Tag 29 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt?
Tag 30 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch noch nicht verfilmt?
Tag 31 – Das Buch, das du am häufigsten verschenkt hast

 

Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

Juli8

Warum es sich lohnt, in der Sonne zu liegen …

Als kleiner Nachtrag hier Bölls pointierte Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral, die er 1967 als Zeitungskolumne verfasste.

Wer sich gerne vorlesen lässt, hört hier:

Außerdem gibt es einen schönen Kurzfilm nach der Erzählung:

posted under Wortreich | No Comments »

Cooles Vokabular?

Juli4

Ein kühles Thema als erfrischende Abwechslung in der Sommerhitze:

Anatol Stefanowitsch hinterfragt den Mythos, dass Eskimos aufgrund ihres Lebensumfelds mehr Wörter für Schnee kennen.  

„…Eskimos, die den ganzen Tag nichts Besseres zu tun haben als im Schnee herumzusitzen und über die neuesten, weiß in weiß gehaltenen Inneneinrichtungsideen für Iglus zu reden.“

Und hier zur Vorgeschichte.

posted under Wortreich | No Comments »

Traumbibliotheken

Juli3

Hohe Säle, weite Regale, breite Buchrücken, in denen das Wissen von Jahrhunderten ruht. Im Traum versammeln sie alle menschenmögliche Kenntnis durch alle Zeiten.

Ein schöner Abglanz davon ist der Long Room der Alten Bibliothek (1732) im Trinity College Dublin.  Mit der Luft atmet man Geist und Inspiration. Ein wunderbarer Ort.

Den betagten Büchern zuliebe habe ich mich an das Fotoverbot gehalten, aber hier darf man ganz offiziell gucken:

Trinity_College_Library-long_room

Foto: Nic McPhee from Morris, MN, USA

Noch besser wirkt die Bibliothek hier.

Samuel Beckett, Bram Stoker und Oscar Wilde sind übrigens als Studenten durch diese Halle gewandelt.

Und wo wir gerade dabei sind: 

Die textzicke hat neulich auf den ultimativen Kick für Bücherfreunde verwiesen: bookshelfporn.

Das ist schon wirklich geil.

« Older EntriesNewer Entries »
Ich mach was mit Büchern