Esther Grau

inspired by dreams

Maimarkt Mannheim 2017

Mai1

Auf dem trubeligen Maimarkt Mannheim findet sich “Grimms Albtraum” in bester Gesesellschaft der Autoren aus Baden-Württemberg  wieder – und natürlich auch am Kooperationsstand der Verlag.

Passende Passagen zum Ort gab es bei der Lesung, immerhin kannte Annette von Droste-Hülshoff Mannheim von der Durchreise nach Meersburg und vor der Walpurgisnacht durfte die Erzählung eines mystischen Erlebnisses der Droste natürlich auch nicht fehlen …

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Nächste Lesung: Maimarkt Mannheim

April17

Die nächste Lesung aus “Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff” gibt es am 30.04.2017 um 15.00 Uhr auf der Kulturbühne des Maimarkts Mannheim (Halle 10).

Nächste Lesung: Burgroman mit Burgromantik in Neckarsteinach am 4.3.17

Februar10

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Nicht nur Heidelberg, sondern auch das nahe Neckarsteinach gefiel schon manchem Literaten. So unternahm Mark Twain 1879 auf seiner Deutschlandreise eine Floßfahrt auf dem Neckar von Heilbronn nach Heidelberg und legte in Neckarsteinach eine Rast ein. In seinem Reisetagebuch vermerkte er:

„Wir kehrten nach Neckarsteinach zurück, tauchten die heißen Köpfe in den Trog des Stadtbrunnens, gingen dann ins Hotel und aßen im Garten in aller Behaglichkeit unsere Forellen, dabei floß der schöne Neckar zu unseren Füßen dahin, der seltsame Dilsberg ragte gegenüber auf und die anmutigen Türme und Zinnen zweier mittelalterlicher Burgen betonten das zerklüftete Landschaftsbild zu unserer Rechten.“

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Am 4. und 5. März 2017 findet die 11. Buchmesse im Neckartal jeweils von 11 bis 18 Uhr im Bürgerhaus „Zum Schwanen“ (Neckarsteinach, Neckarstraße 42) und dem Leseschiff am Neckarufer statt. Neben der Ausstellung der Verlage gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit fortlaufenden Lesungen an beiden Tagen.

Am Samstag, 4.3. um 17.00 Uhr lese ich dort aus dem Droste-Roman „Grimms Albtraum“ und freue mich über Zuhörer.

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Brillante Weihnachten 1841 in Meersburg

Dezember22

Anno 1841 feiert Annette von Droste-Hülshoff Weihnachten bei ihrer Schwester Jenny, Schwager Laßberg und den Nichten Hildel und Gundel auf dem Alten Schloss Meersburg.

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„Weihnachten war eine große Freude hier, die Kinder wurden schon am Abend sehr reichlich, und in den folgenden Tagen von allen Seiten so übermäßig beschenkt, daß es mich fast gereute ihnen auch ein paar sehr hübsche Kleidchen von rothem Kattun gekauft zu haben, die sich ganz in dem Schwarm verlieren […].

Am Weihnachtsabend hatten sie nun schon neue Mäntel bekommen, Merinoskleider, Foulard Tücher, Bänder, Puppen, ein Caroussel, einen Papagey der Flügel schlägt, und der ganze Baum hing voll der schönsten Devisen, und Püppchen von Zuckerpappe, Chocolate, et cet. die Laßberg hatte kommen lassen. – Wir Andern wurden auch Alle reichlich beschenkt – Laßberg bekam von Jenny gestrickte Unterjäckchen und ein rothes Käppchen, von mir ein Paar gestickte Pantoffeln und einen Sedevacanz Tahler, von Schücking ein Exemplar seines Buchs über den Cölner Dombau, und von Liebenau sehr seltne griechische und römische Münzen, und ein werthvolles Manuscript. – Jenny von Laßberg ein schönes Merinoskleid, und ein Foulard Tuch, von mir einen seidenen Sonnenschirm und ein Paar seidene Handschuh, von Schücking Freiligraths Gedichte – Ich von Laßberg ein schönes Mousseline de Laine-Kleid, – braunroth – von Jenny ein Umschlagetuch in der Art wie ihr eigenes, schwarz mit Blumen, und ein Paar warme Pantoffeln, von Schücking ein Pappkästchen. Schücking von Laßberg ein schönes englische Perspektiv und viel Taback, von Jenny zwey seidne Tücher und eine schwarze Atlasweste, und von mir eine Cigarren-spitze. – Du siehst es ist brillant zugegangen.“

(Quelle: Brief an Therese von Droste-Hülshoff vom 26.1.1842)

Buchmesse im Schloss Schwetzingen 2016

November14

Schön wars auf der Buchmesse im Schloss Schwetzingen, ein “historisches Erlebnis für Bücherfreunde” wie angekündigt. Das Schloss bildete eine fantastische Kulisse, gerade für die Fans von historischen Romanen.

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Am acabus-Stand war einiges los; “gemeines Volk” und Hochadel mischten sich in den Sälen zwischen den Ständen der Aussteller.

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Im Mozartsaal gab es eine Lesung aus meinem Droste-Roman. Ein tolles Ambiente, das hervorragend zur Geschichte passte.

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“Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren”

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Wie sich Annette von Droste-Hülshoff in Meersburg vergnügte, wenn sie einmal nicht schrieb oder spazierte, erzählt sie höchst anschaulich in folgenden Briefzeilen:

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“Meersburg fängt übrigens seit kurzem an sich heraus zu machen; wir haben ein Theater, und – denken Sie! – ein sehr gutes. Das Lokal ist allerdings lächerlich elend, eine große Tanzstube im Wilden Manne – Levin kennt ihn, dem Schiffe gegenüber – wo die Schauspieler zwei Fuß über dem Boden agieren und doch mit den Federbüschen die Decke fegen; aber die zwölf Mann starke Truppe ist wirklich gut und im Lustspiel sogar vorzüglich. … So habe ich seltsamer Weise Gelegenheit, wöchentlich dreimal für vierundzwanzig Kreuzer einen Komiker zu sehn, bei dessen Auftreten noch vor drei Jahren in Dresden die Preise erhöht wurden. Dergleichen romantische Wunderlichkeiten können nur in Meersburg passieren; sie gehören zum wunderlichen alten Schlosse mit dem wunderlichen alten Gerümpel darin, zu Laßberg, den Alpen und dem Herrn Figel, der NB. auch wieder aufblüht, d. h. seine Schulden bezahlt, und wieder con amore mit seinem Zöpfchen wedelt.”

Quelle: Brief an Luise Schücking vom 28.02.1844

Lesung auf Schloss Schwetzingen

Oktober28

Am 12 und 13. November 2016 findet die Schwetzinger Buchmesse in den stilvollen Barockräumen von Schloss Schwetzingen statt. An beiden Tagen gibt es zwischen 11 und 17 Uhr fortlaufend Lesungen.

Am Sonntag, 13. November um 15.45 Uhr lese ich im Mozartsaal aus “Grimms Albtraum” und erzähle ein bisschen darüber, wie das Schlossleben von Annette von Droste-Hülshoff auf Burg Hülshoff und dem Alten Schloss Meersburg am Bodensee aussah.

Die Messe kostet 4 Euro Eintritt, die Lesungen sind frei.

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Die Mühen der Federführung

Oktober20

Auf einer Computertastatur blind im Zehn-Finger-System zu schreiben, wäre der kurzsichtigen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sehr entgegen-gekommen. Stattdessen plagte sie sich mit der Feder – und auch da gab es Qualitätsunterschiede:

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“Lieb Lies, ich plage mich wie ein armer Hund mit meinen schlechten Stahlfedern und habe schon ein ganzes Kästchen durchprobiert, aber alle wollen entweder die Dinte nicht lassen, oder haben immer von Neuem Haare im Schnabel, als wenn ihnen ein Bart nachwüchse. Glückselig, wer mit Gänsekielen schreiben kann! ich kann’s nicht, denn ich verstehe sie nicht zu schneiden, und Mama ebensowenig.”

Quelle: Brief an die Freundin Elise Rüdiger vom 14.11.1845

Wie kompliziert die Herstellung der Federkiele tatsächlich war, kann man hier nachlesen.

“Ich werde leider täglich mehr zur Fledermaus”

September16

Träumerisch mutet die Schreibumgebung auf Gut Abbenburg an, wie sie Annette von Droste-Hülshoff beim Verwandtschaftsbesuch im westfälischen Brakel-Bellersen erlebt. Obwohl ihr der Kopf vor allerlei Ungemach brummt, schildert sie ihrer Bonner Freundin Billa, “Rheingräfin” Sybille Mertens-Schaaffhausen, die zauberhafte Kulisse in einem notgedrungen konfusen Brief aus dem Jahr 1843:

Jetzt hat sich mir der Krankheitsstoff wieder auf den Kopf geworfen, der mir den ganzen Tag summt und siedet wie eine Teemaschine – Ohr, Zahn, Gesichtsschmerz – ich möchte mich zuweilen, wie jener Halbgeköpfte (Kindermärchen von Grimm), bei den Haaren nehmen und mein weises Haupt in den Fischteich unter meinem Fenster werfen, wo es ihm wenigstens kühl werden würde. Erwarte also nur konfuses Zeug in diesem Briefe, denn ich bin halb simpel vor Duseligkeit, und muss bei jeder dritten Zeile aufspringen, um das Blut sinken zu lassen. […]

Hier würde es mir sonst recht gut gehn, alles ist freundlich, Gegend, Haus, Wetter und Menschen. Haben wir kein Siebengebirge, so haben wir doch sehr anmutige Hügel mit prächtigen Steinbrüchen, wo ich heraushämmern könnte, was mein Herz nur verlangt, und statt eigentlicher Parks doch wenigstens hübsche Spazierwege durch Laub- und Nadelholz, und einige sogar imposante Baumhallen, wo ich sehr gern arbeiten möchte […].

Gutes Herz, wärst Du hier, es wäre doch, trotz allen Schmerzen, charmant in Abbenburg. Ich habe hier ein nettes heitres Quartier, unter den Fenstern eine hübsche Blumenterrasse mit Springbrunnen, und allerlei reizende Plätzchen in der nächsten Umgebung, —z. B. gleich vor mir einen Eichwald, mit großem Teiche und Insel darin, wo eine gewaltige Linde ihre Zweige fast auf den Boden senkt, und es sich auf den Sitzen gar anmutig über dem Wasser träumen läßt; dann noch eine andre, etwas entferntere Anlage, die sehr gut unterhalten, aber von niemanden besucht wird, da wäre alles unser Eigen, Baumhallen, Sitze, das hübsche Zelt, bloß für uns Zweie, um es nach Belieben mit den Bildern unsrer Liebsten zu bevölkern, oder zu einer Robinsons-Einsamkeit zu machen.

Ich werde leider täglich mehr zur Fledermaus, zwischen Licht und Dämmerung, das ist meine rechte Zeit, und übrigens allein oder zu zweien, was darüber, ist vom Übel, und ich möchte immer, wie ein travestierter Hamlet, sagen: „Träumen, Träumen! Vielleicht auch Schlafen!“ […].

Geschmackssache

April7

Im Winter 1841/1842 lebt Annette von Droste-Hülshoff im Alten Schloss in Meersburg am Bodensee bei ihrer Schwester Jenny. Levin Schücking arbeitet zu dieser Zeit für Annettes Schwager Laßberg in der Bibliothek der Burg. Es ist eine Phase höchster Kreativität für die Droste, in der sie täglich Gedichte schreibt und promptes Feedback dazu bekommt – das allerdings recht unterschiedlich ausfällt:

Jeden Abend um Acht […] lese ich Jenny und Schücking vor was ich den Tag geschrieben, sie sind Beyde sehr zufrieden damit, aber leider von so verschiedenem Geschmacke, daß der Eine sich immer über das am meisten freut, was dem Andern am wenigsten gelungen scheint, so daß sie mich ganz confus machen könnten, und ich am Ende doch meinen eignen Geschmack, als letzte Instanz, entscheiden lassen muß.

Brief an Therese von Droste-Hülshoff vom 28.01.1842

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